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Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen



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Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen – Plagegeister oder Heinzelmännchen?

Sie haben es oft nicht leicht mit uns Menschen: Bienen, Hornissen und Wespen sind meist ungebetene Gäste und werden allzu oft mit radikalen Mitteln vernichtet.
Diese Insekten haben aber wie alle Tiere eine wichtige Funktion in der Natur - sie gehören zu unse-
ren einheimischen Tierarten wie die Vögel, Rehe, Füchse, Igel und alle anderen Lebewesen. Für viele
Vögel sind Insekten (auch solche die stechen können) ein wichtiger Bestandteil der Nahrung.
Der Schweizer Tierschutz STS möchte mit diesem Merkblatt aufzeigen, wie interessant diese Tiere
sind und ein Zusammenleben mit ihnen durchaus möglich ist.

WER GEHÖRT ZUR FAMILIE?

Zu der Familie der Hautflügler gehören Bienen, Wespen und Ameisen. Ameisen besitzen keinen Sta-
chel,  sondern  verspritzen  zur  Verteidigung  Ameisensäure  mit  dem  Hinterleib.  Bienen  (inklusive
Hummeln)  und  Wespen  (inklusive  Hornissen)  gehören  zu  den  Stachelwespen.  Sie  sind  alle  mit
einem Stechapparat ausgestattet.

WER KANN STECHEN?

Bei Bienen, Hummeln und Wespen können alle weiblichen Tiere, also Arbeiterinnen und Königinnen, stechen.
Die Männchen (Drohnen) hingegen verfügen über keinen Stechapparat, können also
nicht stechen. Die Bereitschaft zum Stechen ist bei denjenigen Arten grösser, die viel zu verteidi-
gen  haben,  zum  Beispiel  grosse Nester mit viel Brut oder einen Wintervorrat (Honigbiene). Auch Arten,
die bei der Futtersuche in Konflikt mit  Menschen  geraten  (Wespen), können ab und zu stechen.
Eigentlich  dient  der  Stachel  dazu, sich  gegen  andere  Hautflügler  zu verteidigen, die z.B. das Nest aus-
plündern  oder  erwachsene  Tiere erbeuten  wollen.  Honigbienen  können  sich  zum  Beispiel  gegenseitig
die Vorräte klauen!
Wespen-  und  Hornissenstiche  sind übrigens  nicht  schlimmer  als  Bienenstiche!





 Foto: F. Hornig
Foto: F. Hornig


STAATEN MIT KÖNIGIN

Viele Hautflügler bilden sogenannte eusoziale Völker: eine einzelne Königin pflanzt sich fort, ihre
Töchter sind alles sterile Arbeiterinnen, welche die ganze Arbeit von Nestbau über Brutpflege bis
zur Futtersuche verrichten. Gegen den Spätsommer produziert die Königin männliche Nachkommen
und das Volk zieht neue Königinnen auf. Bei allen Stachelwespen ausser der Honigbiene überwin-
tert nur die Königin, alle anderen Tiere sterben.
Dieses System funktioniert nur dank dem ganz speziellen Fortpflanzungssystem der Hautflügler: aus
befruchteten Eiern entstehen Weibchen, aus unbefruchteten Männchen. Das Geschlecht der schlüp-
fenden Tiere wird also im Voraus bestimmt.

WER MACHT HONIG?

Der  Honig  ist  der  Wintervorrat  für  die  Brut.  Aber  nur  Honigbienen  produzieren  dieses  wertvolle
Naturprodukt, da nur sie mit ihrem Nachwuchs überwintern. Honig besteht aus Blütennektar, der
von den Bienen vielfach eingespeichelt, mit natürlich antibakteriell wirkenden Stoffen versetzt und
so haltbar gemacht wird.

WIE LANGE BLEIBEN DIE NESTER BESTEHEN?

Ausser den Honigbienen und den Ameisen bilden alle Hautflügler nur Sommerstaaten. Die Nester
werden im Herbst aufgegeben und nie ein zweites Mal benutzt.
Im Frühling verlassen die jungen Königinnen ihre Überwinterungsverstecke und gründen ein neues
Volk. Die erste Brut ziehen sie ganz allein auf, bauen die Zellen für die Larven, sammeln Futter und
wärmen die Brut. Deshalb sieht man im Frühling meist nur die grossen Königinnen fliegen. Wenn
die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, übernehmen diese die Arbeit und bauen das Nest aus. Die
Königin bleibt vermehrt im Nest und kümmert sich nur noch ums Eierlegen. Die Staaten resp. Völ-
ker wachsen den Sommer über an und im Herbst werden neue Königinnen und Drohnen (Männchen)
produziert, die sich auf Hochzeitsflug begeben und sich dort paaren. Die Jungköniginnen verstecken sich
über den Winter, während der Rest des Volkes stirbt.

WIE UNTERSCHEIDET MAN DIE VERSCHIEDENEN ARTEN?

Farbe  und  Form:  Staatenbildende  Wespen  sind  mit  den  deutlichen  Warnfarben  gelb-schwarz
geschmückt,  was  völlig  ungefährliche  Insekten  wie  Schwebfliegen  imitieren,  um  sich  selbst  zu
schützen. Wespen haben die typische, lange, schlanke Wespentaille, die bei Bienen praktisch nicht
ausgeprägt ist. Bienen sind meist unauffälliger und bräunlich. Die auffälligen Merkmale von Hum-
meln sind ihre Grösse und die starke Bepelzung. Eine genauere Bestimmung der vielen Arten ist
dem Laien und ohne Bestimmungsbuch fast unmöglich.

Nahrung: Generell gilt, dass Wespen ihren Larven tierische Nahrung füttern. Sie erbeuten andere
Insekten und zerkauen diese für die Larven zu einem Fleischbrei. Erwachsene Wespen fressen sel-
ber hauptsächlich pflanzliche Nahrung - im Herbst zum Beispiel überreifes Fallobst. Bienen (inkl.
Hummeln) sind Vegetarier, die ihre Larven mit Blütenstaub und Nektar füttern.

UNGLAUBLICHE BAUMEISTER!

Staatenbildende Stachelwespen benutzen selbstproduziertes Wachs oder Papier (zerkautes, einge-
speicheltes Holz) als Baumaterial, die zahlreichen solitär lebenden Wildbienen und Wespen auch
Lehm, Harz, Pflanzenhaare, Blattstücke oder anderes. Die physikalischen Eigenschaften der wäch-
sernen Bienen- und papiernen Wespenwaben geben vielen Ingenieuren zu denken. Es handelt sich
um  eine  optimale  Konstruktionen  mit  maximaler  Materialersparnis,  optimaler  Raumnutzung  und
unglaublicher Stabilität. Hummeln dagegen bauen recht ungeordnete Wachsnester mit runden Nekt-
artönnchen und Larven-Wiegen.



Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris) Foto von soebe.
Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris) Foto von soebe.



EIN KLEINER ÜBERBLICK ÜBER DIE VERSCHIEDENEN ARTEN

BIENEN  (HONIGBIENE, HUMMELN, WILDBIENEN)


Die  Honigbiene ist  die  einzige  Stachelwespe,  welche  mehrjährige
Staaten bildet und Honig als Wintervorrat sammelt. Die Honigbiene
ist als einziger Hautflügler deshalb domestiziert worden.
Nutzen: Honig, Bestäubung von Obstbäumen und Gartenkulturen.

Hummeln leben in einjährigen Sommerstaaten, die sie zum Beispiel in ver-
lassenen  Mauslöchern,  Nistkästen,  Grasbüscheln,  etc.  anlegen.  Hummeln
legen nur wenig Vorrat an, der ihnen lediglich über längere Schlechtwetter-
perioden hilft. Sie sind sehr friedlich, wenn man nicht gerade versucht, sie in die Finger zu nehmen
oder das Nest auszuräumen. Sie können sogar aus nächster Nähe bestens beobachtet werden.
Nutzen: Hummeln können bei viel tieferen Temperaturen ausfliegen als Honigbienen, da sie durch
Abkoppeln ihrer Flügel von der Flugmuskulatur diese im Leerlauf benutzen. So können sie ihren Körper
auch bei tiefen Temperaturen auf „Betriebswärme» aufheizen. Sie sind
daher  als  Bestäuber  von  Nutzpflanzen  ebenso  nützlich  wie  Honigbienen,
wenn nicht nützlicher. Honig kann man allerdings von Hummeln nicht ern-
ten, weil sie keine regelmässigen, „aberntbaren» Waben herstellen und nur
wenig Nektar, nicht den haltbareren Honig als Vorrat anlegen.


Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
Foto von M. Betley
Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) Foto von M. Betley

In der Schweiz gibt es über 300 Arten von Wildbienen. Zum grössten Teil leben sie solitär, sind sehr
klein und unauffällig. Jedes einzelne Weibchen legt in morschem Holz oder im Boden ein Nest an.
Diese Bienen könnten zwar auch stechen, sie sind aber überhaupt nicht stechfreudig. Sie können
zudem, wenn wirklich provoziert, mit ihrem Stachel die Haut des Menschen nicht durchdringen.
Viele Wildbienenarten sind bedroht und brauchen unbedingt Schutz. Sie können und sollen, eben-
so  wie  die  Hummeln,  durch  Anlage  von  Blumenwiesen,  durch  das  Pflanzen  von  einheimischen
Sträuchern und Stauden und das Aufstellen von Wildbienen-Nisthilfen gefördert werden.
Nutzen: Wildbienen sind ökologisch wichtig, da sie Pflanzen bestäuben, die bei Honigbienen kaum
Beachtung finden. Die vielen einheimischen Wildbienenarten tragen zur Biodiversität bei und sind
daher schützenswert. Ausserdem kommt ihnen eine ausserordentlich wichtige edukative Funktion
zu: Durch das Basteln von Wildbienen-Nisthilfen und das völlig ungefährliche Beobachten dieser
Tiere beim Nestbau in diesen Nisthilfen lernen Kinder sehr viel über die Lebensweise von unschein-
baren  Wildtieren  vor  ihrer  Haustür.  Sie  lernen  geduldiges  Beobachten,  Rücksichtnahme  auf  die
Natur und tragen aktiv viel zum Schutz von Tieren und Natur bei.


EIN KLEINER ÜBERBLICK ÜBER DIE VERSCHIEDENEN ARTEN


WESPEN

Solitäre Wespenarten leben ähnlich unauffällig wie die Wildbienen, lassen sich
häufig auch kaum von diesen unterscheiden - ausser durch die ausge-
prägte Wespentaille. Manche solitären Wespenarten fangen und betäu-
ben andere Insekten oder Spinnen, die sie ihren Nachkommen als Fut-
tervorrat in die Nestkammern mit einmauern. Ähnlich wie die Wildbienen
bauen  viele  solitäre  Wespenarten  ihre  Nestkammern  in  morschem  Holz,
Löchern im Holz oder im sandigen Boden - andere mauern Lehmnester an Fels-
oder Hauswänden.


Echte Wespe (Vespula germanica) Foto von Jon Sullivan
Echte Wespe (Vespula germanica) Foto von Jon Sullivan


Es  gibt  auch  parasitäre  Wespen,  die  ihre  Eier  direkt  in  Larven  oder  Raupen
legen. Diese „Beuteinsekten» werden dann bei lebendigem Leib von innen her-
aus gefressen. Dies tönt grässlich, ist aber eine sehr erfolgreiche Strategie der
Natur  und  wird  vom  Menschen  in  der  biologischen  Schädlingsbekämpfung
genutzt.  Die  parasitären,  wunderhübschen  Goldwespen  werden  eingesetzt,  um
den Maiszünsler (Maisschädling) zu bekämpfen. Die Goldwespen legen ihre Eier in die
Larven des Maiszünslers und machen diese unschädlich.
„Nutzen»: Nützliche Schädlingsbekämpfer!

Gemeine, sächsische und deutsche Wespe sind die häufigsten staatenbildenden Wespen, denen wir
häufig begegnen. Sie bauen ihre Papiernester häufig an trockenen, warmen Orten, zum Beispiel auf
Estrichen oder in den Rollladenkasten. Häufig hört man die Arbeiterinnen an Pfosten Holz abra-
speln,  das  zerkaut  und  eingespeichelt  und  dann  als  papierähnlicher  Nestbaumaterial  verwendet
wird. Erwachsene Wespen sind interessiert an Fleisch (Insekten, aber auch Fleischreste) als Nah-
rung für ihre Larven. Sie selber fressen vor allem Süsses und Saftiges (Zuckerwasser, Honig, reife
Früchte). Wespennester können in einem guten Sommer 400-500 Individuen enthalten, in man-
chen leben sogar bis 10’000 Tiere.
Nutzen: Ein Wespenvolk fängt und verfüttert in einem Sommer mehrere Kilo andere Insekten an ihre
Larven, vor allem Fliegen. Sie sind daher für den Menschen äusserst nützlich, ähnlich wie insek-
tenfressende Singvögel (z.B. Meisen, Schnäpper)! Wo Wespennester nicht absolut stören, sollten sie
deshalb nicht entfernt oder die Tiere vergiftet werden!

Die Hornisse ist die grösste Stachelwespe, aber deswegen nicht gefährlicher als normale Wespen.
Der Aberglaube, dass sechs Hornissenstiche ein Pferd töten könnte, ist falsch. Sicher schmerzt ein
Hornissenstich ziemlich, aber Hornissen sind im Vergleich zu den kleineren deutschen und gemei-
nen Wespen überhaupt nicht stechfreudig. Sie lassen sich sogar sehr gut aus der Nähe beobachten.
Hornissen sind stark bedroht und sollten auf keinen Fall bekämpft werden. Wo Nester absolut nicht
bleiben können, sollen sie wenn immer möglich intakt von Spezialisten an einen anderen Ort gezü-
gelt werden. Hornissen können in guten Sommern grosse, bis zu 1000 Individuen umfassende Völ-
ker hervorbringen, welche in imposanten, schönen Nestern wohnen.
Nutzen: Wenn schon die Wespen als sehr effiziente „Schädlingsbekämpfer» gelten, so sind dies die
Hornissen erst recht, denn sie fliegen auch nachts aus.

Hornisse (Vespa crabro) Foto von R. Altenkamp
Hornisse (Vespa crabro) Foto von R. Altenkamp


UMGANG MIT BIENEN, WESPEN, HORNISSEN


Die Nester von Bienen, Wespen und Hornissen nicht ausräuchern oder entfernen. Auch das Vergif-
ten der Tiere ist keine Lösung! Wenn immer möglich die Nester belassen. Und denken Sie daran:
Die Tiere hausen nur für einen Sommer an derselben Stelle - im Herbst löst sich das Volk auf (Aus-
nahme: Honigbiene). Wenn nötig können im Winter folgende Massnahmen ergriffen werden, damit
sich im Frühling keine Wespen oder Hornissen mehr ansiedeln: Einfluglöcher müssen sorgfältig ver-
schlossen werden. Alte Nester belassen! Wenn z.B. Hornissennester im Winter entfernt werden und
die Zugänge nicht verschlossen werden, ist die Chance sehr gross, dass eine neue Königin im Früh-
jahr denselben offenbar günstigen Nistplatz wählt.
Bedenken Sie, dass diese Tiere ökologisch und auch für den Menschen ausserordentlich nützlich
sind (Bestäuber, „Schädlingsbekämpfer»).





Wespennest, Foto von E. Lack
Wespennest, Foto von E. Lack
Umsiedeln, aber wie?

Eine Möglichkeit ist die Verschiebung intakter Nester durch Spezialisten, wie dies bereits im Kan-
ton Zürich praktiziert wird. Das klappt meist nur, wenn die Nester noch nicht zu gross sind und frei
hängen. Nach genauen Abklärungen über Nestgrösse, Tierart und Lage, sollte entschieden werden,
ob und wie eine Umsiedlung vorgenommen werden kann. Gezügelt werden die Nester nachts, wenn
sich fast alle Tiere im Nest befinden und weniger aktiv sind. Aber nur von Spezialisten in einem
Imker-Schutzanzug!  Im  Kanton  Zürich  führen  Spezialisten  solche  Umsiedlungsaktionen  durch,
auch bei Hornissen. Die Kosten belaufen sich auf 150 bis 250 Franken.

Nest an unmöglichem Ort

Kommt bei Wespennestern eine Umsiedlung oder das Tolerieren vor Ort absolut nicht in Frage, soll
von Fachleuten ein rasch abbaubares Biogift angewendet werden. Gifte können aber auch negative
Auswirkungen auf andere Insekten, auf Fledermäuse, auf Vögel und eventuell auch auf Menschen
haben! Sie werden zudem nur langsam abgebaut. Gifte nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht
ziehen!

Konfliktvermeidung

Hautflügler stechen nur, wenn sie bedroht werden. Daher gilt im Umgang mit ihnen: Ruhig verhal-
ten  und  nicht  herumfuchteln!  Um  Insekten  (auch  Mücken)  aus  Zimmern  fernzuhalten,  hilft  am
Besten ein Moskitonetz im Fensterrahmen oder ein spezieller Vorhang. Gegen unbeabsichtigte Sti-
che in der Nacht (Mücken tun dies natürlich absichtlich) schützt ein Moskitonetz über dem Bett.
Oft finden sich Wespen beim Essen im Freien als ungebetene Tischgäste ein. Sie naschen entwe-
der von Süssspeisen wie Obst oder Marmelade oder auch mal an Fleischresten als Nahrung für ihre
Brut. Es ist darauf zu achten, dass keine Tiere unbeabsichtigt in den Mund gelangen - ein prüfen-
der Blick vor dem Zubeissen bewährt sich.
Wenn Kinder süsse Getränke (Sirup, Süssmost) trinken, Trinkhalme verteilen! So mindert sich die
Gefahr, eine Wespe beim Trinken in den Mund zu kriegen, beträchtlich.

Wespen vertreiben?

Wespen, welche die Speisen auf dem Tisch als Nahrung entdeckt haben, sind nicht einfach zu ver-
treiben. Keine Lösung sind die brutalen Wespenfallen. Sie werden mit Zuckerwasser gefüllt, die
Tiere ertrinken elendiglich darin.
Die folgenden „Hausmittelchen» können eventuell helfen, eine Garantie sind sie sicher nicht:
Erste ankommende Wespe mit einem Glas oder Becher fangen und diesen verkehrt am Schatten
stehen lassen, nach dem Essen wieder frei lassen. So unterbinden sie die „Informationsleitung»
ins Nest über den Futterstandort.
Anzünden von gemahlenem Kaffee (Rezept aus Griechenland): Das Kaffeepulver mottet langsam
und entwickelt dabei einen Rauch, der die Wespen fernhalten soll.
Süssspeise abseits des Tisches aufstellen, Süssspeisen auf dem Tisch decken (z.B. mit Haube
aus Gitter - im Fachhandel erhältlich)

WAS TUN BEI EINEM STICH?

Wenn es trotz allen Vorsichtsmassnahmen zu einem Stich einer Wespe, Biene oder Hornisse kommt,
kann das richtige Reagieren die Auswirkungen mindern. Grundsätzlich ist ein Stich dieser Insekten
schmerzhaft, aber nicht gefährlich - auch ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als derjenige
einer Wespe oder Biene. Einzig Allergiker müssen mit Komplikationen rechnen, wenn sie nicht die
geeigneten, vom Arzt verordneten Gegenmassnahmen ergreifen.
Ein  Stich  im  Zungen-  oder  Rachenbereich  kann  gefährlich  werden,  da  beim  Anschwellen  die
Atmung behindert werden kann. In diesen Fällen unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Bei einem Stich einer Wespe, Hornisse, Hummel oder Biene an einer anderen Körperstelle (häufig
sind Stiche in die Fusssohle) gibt es einige Tipps:

  • Stachel, falls vorhanden (nur beim Stich von Bienen), vorsichtig mit Pinzette entfernen.
    Achtung: am Stachel anfassen, nicht an der Giftdrüse - sonst wird das Gift in die Stichstelle
  • Unmittelbares  Heraussaugen  des  Giftes  mit  einem  speziellen  Hilfsgerät  („Aspivenin»,  ähnlich
    einer Medizinalspritze; erhältlich in Drogerien und Apotheken), minimiert die Folgen (Schmerzen, Schwellung)
  • Auf Stichstelle eine frisch angeschnittene Zwiebel drücken (mind. 15 Minuten) 
  • Stichstelle mit Honig oder mit angefeuchtetem Zucker einreiben
  • Stichstelle mit einem zerkautem Blatt des Spitzwegerich (Plantago lanceolata) einreiben
  • Insektenstichsalbe auftragen
  • Geschwollene Stelle kühlen (Eis auflegen)

In der Regel klingen geschwollene Stiche nach spätestens 2 bis 3 Tagen wieder vollständig ab.


LITERATUR

  • Mit Hornissen leben? Merkblatt des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland
  • Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft. Honigbienen, Hummeln, Solitär-
    bienen,  Wespen  und  Hornissen;  Helmut  und  Margrit  Hintermeier,  Obst-  u.  Gartenbausverlag, München 1994
  • Bienen, Wespen, Ameisen. Hautflügler Mitteleuropas, Bestimmungsbuch; Heiko Bellmann, Kos-
    mos 1995
  • Bienen. Mitteleuropäische Gattungen, Lebensweise, Beobachtung; Andreas Müller, Albert Krebs,
    Felix Amiet, Naturbuch Verlag, Augsburg 1997
  • Hummeln bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen; Eberhard von Hagen, Naturbuch Verlag,
    Augsburg 1994
  • Wespen beobachten, bestimmen; Rolf Witt, Naturbuch Verlag, Augsburg 1998
  • Schützt die Hornisse; Robert Ripberger, Claus-Peter Hutter, Weitbrecht Verlag 1997. Empfeh-
    lenswerte Lektüre zur Hornisse und anderer einheimischer Wespenarten.

 
HILFREICHE ADRESSEN

  • Feuerwehr (Tel. 118): In einigen Kantonen verfügen die Feuerwehren über Spezialisten für Hor-
    nissen- oder Wespennester (z.B. Kanton Zürich)
  • Eventuell Imker in der Region
  • www.hornissenschutz.ch: Homepage mit Infos zur Hornisse und Verbindung zu einer Datenbank
    mit Adressen von weiteren Hilfspersonen in Ihrer Region.

Quelle Text:
Schweizer Tierschutz STS, Dr. Eva Waiblinger, dipl. zool. Peter Schlup
Dornacherstrasse 101, 4008 Basel. Tel. 061 365 99 99, Fax 061 365 99 90
www.tierschutz.com, sts@tierschutz.com